liposuktion

die liposuktion ist ein chirurgischer eingriff, bei dem das krankheitsbedingt vermehrte fettgewebe entfernt wird. in der regel müssen die betroffenen für eine behandlung mehrmals operiert werden. ob der eingriff ambulant oder stationär zu erfolgen hat, entscheidet der behandelnde arzt im einzelfall.

im unterschied zur konservativen therapie ist das ziel der liposuktion nicht die linderung der beschwerden, sondern die heilung der krankheit. damit ist sie der einzige existierende kurative therapieansatz.

ambulante liposuktion

die ambulante liposuktion ist keine leistung der gesetzlichen krankenversicherung, da sich der gemeinsame bundesausschuss noch nicht abschließend dazu geäußert hat. mit einer entscheidung ist bis 2022 zu rechnen, bis dahin gilt § 135 absatz 1 SGB V (sog. „verbot mit erlaubnisvorbehalt“).

ausnahmsweise kann eine krankenkasse zur übernahme der kosten für eine ambulante liposuktion verpflichtet sein, nämlich dann, wenn wegen einer überschreitung der gesetzlichen entscheidungsfristen im antragsverfahren eine genehmigungsfiktion eingetreten ist (bundessozialgericht, urteil vom 11. juli 2017, az. B 1 KR 1/17 R).

stationäre liposuktion

die stationäre liposuktion ist ebenfalls keine leistung der gesetzlichen krankenversicherung, da sie nicht den anforderungen an das gesetzlich normierte qualitätsgebot entspricht (bundessozialgericht, urteil vom 24. april 2018, az. B 1 KR 13/16 R).

ausnahmsweise kann eine krankenkasse zur übernahme der kosten für eine stationäre liposuktion verpflichtet sein, nämlich dann, wenn wegen einer überschreitung der gesetzlichen entscheidungsfristen im antragsverfahren eine genehmigungsfiktion eingetreten ist (bundessozialgericht, urteil vom 26. september 2017, az. B 1 KR 8/17 R).

kostenerstattung nach selbstbeschaffung

das gesetz ermöglicht es, hinsichtlich der begehrten liposuktion in vorleistung zu treten und die krankenkasse sodann auf erstattung der aufgewendeten kosten in anspruch zu nehmen. dies ist jedoch nur möglich, wenn wegen einer überschreitung der gesetzlichen entscheidungsfristen im antragsverfahren eine genehmigungsfiktion eingetreten ist.

wegen der erheblichen risiken (insb. im zusammenhang mit nicht zugelassenen leistungserbringern, mit fehlerhaften rechnungen und der nichteinhaltung des beschaffungsweges) wird an dieser stelle von einer selbstbeschaffung der leistung ausdrücklich abgeraten.